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Politik

Vor der Wahl in Ungarn: Die ungebrochene Macht Orbáns

Vor der ungarischen Wahl steht die Frage im Raum, warum Viktor Orbán trotz vieler Kontroversen an der Macht bleibt. Ein Blick auf die Strategien seiner Herrschaft.

vonJulia Richter16. Juli 20262 Min Lesezeit

Warum bleibt Viktor Orbán an der Macht?

Viktor Orbán, seit 2010 ununterbrochen ungarischer Ministerpräsident, scheint ein nahezu unerschütterliches Fundament an Unterstützung zu genießen. Doch welche Mechanismen stehen hinter dieser anhaltenden Macht? Der ungarische Premier hat es geschickt verstanden, sich als Verteidiger der nationalen Interessen zu inszenieren, was ihm zahlreiche Wählerstimmen sichert.

Zudem hat Orbán die politischen Institutionen so umgebaut, dass die Kontrolle über Medien und Justiz in seinen Händen liegt. Diese gezielte Einflussnahme auf die öffentliche Meinung sorgt dafür, dass der Diskurs in Ungarn von kritischen Stimmen abgeblockt wird. Regierungen, die sich zu kritischen Anfragen aufraffen, erleben in der Regel eine Präsidentschaft, die sie regelmäßig herausfordert – ganz im Sinne der Machtpolitik.

Welche Rolle spielen die Wähler?

Aber was ist mit den ungarischen Wählern? Die Wählerschaft hat sich über die Jahre stark polarisiert. Orbán spricht vor allem konservative Wähler an, die sich in Zeiten der Unsicherheit nach Stabilität und einer starken Hand sehnen. Der Premier hat es überdies geschafft, die Ängste vieler Bürger, sei es in Bezug auf Migration oder wirtschaftliche Unsicherheit, für seine Zwecke zu nutzen.

Es ist bemerkenswert, dass trotz aller Kritiken aus dem Inland und dem Ausland, seine Partei, die Fidesz, nach wie vor starke Wahlergebnisse erzielt. Ein nicht unerheblicher Teil der ungarischen Bevölkerung scheint den Narrativen Orbáns zu vertrauen, was die politische Landschaft weiter festigt.

Wie beeinflusst die EU die Situation?

In einem weiteren Aspekt spielt die Europäische Union eine ambivalente Rolle. Während Orbán mehrfach den Bruch mit Brüssel drohte, ist es gerade die EU, die ihm einen Teil seiner Legitimität verleiht. Die ständigen Auseinandersetzungen mit der EU über Rechtsstaatlichkeit und Demokratie werden von Orbán geschickt instrumentalisiert, um sich als Kämpfer gegen die "einmischende" Fremdherrschaft darzustellen.

Dies hat eine paradoxe Wirkung: Während die EU versucht, Standards durchzusetzen, die Orbán untergraben könnten, besiegelt diese gleichzeitig seine Position in der Heimat. Die ungarische Politik ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich nationale und supranationale Kräfte untereinander beeinflussen können.

Was könnte die Zukunft bringen?

Mit den bevorstehenden Wahlen ist die Frage, ob Orbán seine Macht weiterhin uneingeschränkt ausüben kann, von zentraler Bedeutung. Ein möglicher Wechsel der Wählerstimmung oder ein vereinter Widerstand der Opposition könnte das Bild verändern. Bis dahin bleibt Orbáns Herrschaft jedoch fest im Sattel, gestützt durch eine ausgeklügelte Strategie, nationalistische Rhetorik und die gezielte Umgehung von kritischen Institutionen. Die Vorzeichen deuten momentan nicht auf einen baldigen Machtwechsel hin.

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